Kunst-Station Sankt Peter Köln

 


 

 




 

orgel-mixturen. Internationales Festival für zeitgenössische Orgelmusik seit 2005.

 

Wo, wenn nicht in der Kunst-Station Sankt Peter kann passender ein Festival stattfinden, das sich ganz der zeitgenössischen Orgelmusik widmet? Der Sakralraum und die berühmte Orgelanlage von Sankt Peter ergänzen sich auf kongeniale Weise. Der Kirchenraum ist geprägt von seiner Ästhetik der Leere. Der Mensch, der ihn betritt, soll ungeachtet seiner geistigen Verankerung hier seinen Raum erleben, frei sein können. Chor- und Hauptorgel gehören zu den wenigen hervorgehobenen Elementen im sonst befreiend einfachen und klaren Innenraum. In ihrer großen und reinen geometrischen Gestalt werden sie zum gleichwertigen Teil der Architektur. Hier drückt sich die Sehnsucht nach Zeitlosigkeit und Archetypischem aus, die sich keiner Mode unterwerfen, sondern die Begrenztheit tradierter Formvorstellungen zu überwinden sucht.

Der Organist, der in hohem Maße an örtliche Gegebenheiten gebunden ist, findet hier sowohl einen außergewöhnlichen Raum als auch ein außergewöhnliches Instrument, das, so die Zeitschrift International Society of Organbuilders, "von einem Visionär entworfen wurde, der keiner Schule angehört und der dazu berufen ist, den Komponisten neue Horizonte aufzutun." Der Visionär, von dem hier die Rede ist, geht gegen jeden konventionellen orgelbaulichen Trend: Der Organist und Komponist Peter Bares (*1936) gilt als Vater der ungewöhnlichen Instrumente von Sankt Peter.

Bares baute bereits 1972 eine ungewöhnliche Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Sinzig. 1976 gründete er mit der "Sinziger Orgelwoche" ein Festival für zeitgenössische Musik im Rahmen der katholischen Kirche, das schnell überregional bekannt wurde. Bis 1996 veranstaltete er das Festival 20 Mal. Die orgel-mixturen greifen mit dem Neubau der Orgel in Sankt Peter Köln die Tradition der "Sinziger Orgelwoche" auf.

Die orgel-mixturen fanden 2005 zunächst in kleinem Rahmen als reines Konzertfestival statt. Seitdem präsentiert das Festival jedes Jahr im Herbst namhafte Organisten mit zeitgenössischer Orgelmusik. Seit 2007 bietet die Veranstaltung neben den Konzerten auch Kurse an. Schwerpunkte bilden die Bereiche Orgelimprovisation und Orgelliteraturspiel. Seit 2008 überträgt der DLF das Eröffnungskonzert, seit 2009 gibt es einen Composer in Residence (2009: Peter Köszeghy, 2010: Luis A. Pena, 2011: Joanna Wozny).